Reisebericht 2005

Fahrt nach Sambia Ostern 2005/Bericht von Angela Lohausen
Donnerstag, 24.3.-Montag 28.3.
Aufenthalt in unterschiedlichen Gemeinden.
Freitag, 18.3.
16.20h Abflug ab Düsseldorf, 18.50h Abflug ab London


Samstag, 19.3.
7h Ankunft am Flughafen in Lusaka, erster Schock: Gabis Koffer fehlt. Wir werden von Sr. Euphemia, Nathalie und Yvonne vom Flughafen abgeholt und fahren gegen 8.30h nach Monze und erreichen das Pastoralcentre St. Kizito, unsere erste Unterkunft, gegen 13.30h. Nach Verteilung der „Häuschen“ und dem Mittagessen ist Freizeit bis zum Abendessen um 18.30h, zu dem Father Emmanuel uns kurz besucht. Anschließend sitzen wir noch im Klassenzimmer zusammen, da der Gruppenraum gerade renoviert wird.


Sonntag, 20.3.
Frühstück um 7.30h, um 8.30h gehen wir zum Ausgangspunkt der Palmprozession an der nächsten Weggabelung, wo nach und nach die Leute aus der Umgebung eintreffen. Wir lernen Mr. Mweene kennen, den Beauftragten für justice and peace der Diözese, der uns am Nachmittag begleiten wird.

Nach der Verteilung der Palm“zweige“ geht die Prozession begleitet von Gesängen, traditionellen Rufen der Frauen und auf den Boden gestreuten Zweigen bis zur Kirche St. Mary`s, die wir gegen 10.30h erreichen. Am Schluss des Gottesdienstes bittet Father Emmanuel uns nach vorne, um uns vorzustellen.
Nach dem Mittagessen fahren wir mit Mr. Mweene und 20 kg Zucker zum paramount chief, der außerhalb von Monze in einer schmuddeligen Bude residiert. Wir erfahren viel über traditionelle sambische Strukturen, können aber nicht recht einschätzen, worauf er mit seinen Fragen abzielt. Dieses Treffen und der Zucker beschäftigen uns noch einige Zeit.

Montag, 21.3.
Ein Tag voller Projektbesuche:
Nach dem Frühstück holen wir Sr. Barbara ab und fahren zur Community school, die über den Verein fair handeln u.a. mit Sternsingergeldern bezuschusst wird. Stolz wird uns ein neuer Rundbau präsentiert, der in Zukunft als Küche dient.
Gegen 10h geht es weiter über eine schmale Piste und streckenweise mehrere Meter hohes Gras nach Lukamantano village, einem Dorf, das von acht behinderten Familien mit nichtbehinderten Kindern bewohnt wird. Sie sind gerade dabei, aus ihren Hütten in neugebaute Häuser umzuziehen. Die Grundschüler wirken verschüchtert und werden erst munter, als wir das Dorf verlassen: Sie verfolgen den Bus winkend und rufend.
Kurze Pause mit Drinks und Keksen bei Sr. Edina in Mazabuka, bevor sie uns zur Changa Changa Community school begleitet, wo Father Clement und einige Schülerinnen auf uns warten, um uns mit Gesängen zu begrüßen und die zukünftige Partnerschule der Europa-Hauptschule Pestalozzi (Alsdorf) zu präsentieren.
Dienstag, 22.3.


Um 8.30h werden wir von Solomon abgeholt und besuchen zunächst das Tonga Cultural Centre in Mukanzubo bei Chikuni, bestaunen Frauen in traditionellen Gewändern mit Perlenschmuck, betreten barfuß eine Tonga-Kultstätte, lassen uns von Yvonne das traditionelle Leben, Schlafen, Essen und Maismehlmahlen in Hütten vorführen und entdecken im Museum den paramount chief im Leopardenfell – als Foto. Im Gespräch mit den dort ansässigen Jesuitenpatres erfahren wir, dass sie seit Jahren an der Herausgabe eines Englisch-Tonga-Wörterbuchs arbeiten.
Ein kurzer Besuch bei der radio station gegen 11.30h liefert die Hintergrundinformationen zum folgenden Ausflug in den „bush“, zur radio school in Kalisowe, 37 km von Chikuni entfernt, ein Weg, der den Namen nicht verdient, die letzen Kilometer sind nur erkennbar, weil das Gras auf einer Breite von 3m gemäht wurde. Tanzende und singende Frauen begrüßen uns herzlich und offen. Wir können uns den Radiounterricht aus der Nähe ansehen und kommen anschließend mit den Bewohnern des Dorfs ins Gespräch. Uns wird sogar „afrikanische Cola“ aus Wasser, Maismehl und Wurzeln angeboten. Auf dem Rückweg gibt es ein Picknick mitten in der Natur mit Tennis-Keksen.
Zurück in Chikuni teilt sich die Gruppe, die Lehrer werden in der Charles Lwanga Basic School sehnsüchtig erwartet; nach Begrüßung und Tanzvorführung gibt es ein Gespräch mit dem Lehrerkollegium, während der andere Teil der Gruppe das farmers training centre kennenlernt.


Mittwoch, 23.3.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den langen Weg nach Maamba. An einem Parkplatz in Batoka wird unser Bus sofort von jungen Frauen und Kindern umringt, die Obst und Gebäck verkaufen wollen und lange als stumme Aufforderung stehenbleiben. Unterwegs treffen wir Thomas McColgan, Mr. Musonda und Father Kennan, die sich nicht davon abhalten lassen, uns zum Picknick an die schönsten Ufer des Lake Kariba zu führen – auch über unwegsames Gelände, vorbei an Dörfern, Wasserlöchern, Ziegen und Rindern.

Maamba erreichen wir um 15.30h, dort erwartet uns eine strahlende Sr. Mary und ein leckeres, reichhaltiges Mittagessen mit Zuckergusskuchen und Mangomus.

Die jungen Ladies im Projekt „girls for computer“ danken uns ergreifend, dann geht es im Schnelldurchgang durch die Schneiderei, die einzelnen Kurse und die Schreinerei.

Für einige Tage nehmen wir Abschied voneinander: Gregor und Paul bleiben in Maamba, Gabi, Tom, Angelika und Herbert fahren mit Solomon. Wir erreichen Chikuni erst um 19.30h und entscheiden uns, keine Nachtfahrt nach Chivuna mehr auf uns zu nehmen. Jürgen und Franz-Josef übernachten im ewe-Haus in Monze und werden am Donnerstag vormittag nach Chivuna gebracht.
Mittags ist Gabis Koffer endlich in Monze angekommen.


Montag, 28.3.
Tag der großen Überfahrt nach Livingstone: Die Leute aus Chikuni und Chivuna werden nach Monze gebracht, von dort aus gehts über Batoka, wo wir Gregor und Paul einladen, weiter nach Choma, Kalomo und schließlich nach Livingstone zu Dominic in die Chapa-Lodge. Dort gibt es nach dem Abendessen für viele das erste sambische Bier.


Dienstag, 29.3.
Gegen 9h beginnen wir mit Solomon die Reflexion und besprechen im Anschluss einige Projekte. Nachmittags sehen wir uns das Livingstone Museum an und bummeln durch die Stadt. Abends ist regelmäßig Meeting mit „Mosi“ (sambisches Bier) unter den Bäumen.


Mittwoch, 30.3.
Brian holt uns ab, wir klettern auf den Aussichts-Baobab und fahren danach zu den Falls, wo wir bis auf die Unterwäsche nass werden. Während wir uns zum Trocknen in die Sonne setzen, genießen wir die Lunchpakete mit der Extraportion Salz. Der Markt an den Falls ist verlockend, aber das Handeln teilweise anstrengend.



Donnerstag, 31.3.
Heute ist für fast alle Nationalpark angesagt, der „Rest“ bummelt durch die Stadt und diverse nette Geschäfte. Das Wetter ist eher ungemütlich, dennoch fällt die Sunset-Cruise am späten Nachmittag nicht ins Wasser und wir genießen die besondere Stimmung auf dem Boot auch im Regen.



Freitag, 1.4.
Wir verlassen Livingstone gegen 8h, statten der St. Mulumba school in Choma nur einen kurzen Pflichtbesuch ab, erledigen in Monze nach dem Mittagessen im Youth project letzte Einkäufe auf dem Markt und fahren weiter bis zum Haus der Bischofskonferenz in Kapingila, am Rand von Lusaka. Nach dem letzten sambischen Abendessen sitzen wir zum letzten Mal bei sambischem Bier unter dem sambischen Sternenhimmel zusammen.


Samstag, 2.4.
Wir verlassen Kapingila auf unerklärlichen Umwegen, bekommen glücklicherweise keinen Ärger am Flughafen und fliegen teilweise sogar first class. In London erreichen wir unseren Anschlussflug, es dauert, bis wir endlich wieder in der Luft sind. Das einzige, was wir in Brüssel auf den ersten Blick vermissen, ist Herberts Koffer, der aber einen Tag später nachkommt.